Patient im Turtle Hospital Florida

Besuch im Turtle Hospital

Marathon/USA – Zurück in Florida, mitten auf den Keys liegt das Turtle Hospital, welches schon seit über 30 Jahren besteht und sich auf die Fahne geschrieben hat verletzten und kranken Meeresschildkröten zu helfen und sie wenn möglich wieder in die Natur zu entlassen. Als Schildkrötenliebhaber können wir natürlich nicht anders als einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Key West einzulegen, um an einer Führung teilzunehmen.

Da man sich vorab anmelden muss, haben wir auf der Website schon einiges über die Schicksale der Patienten erfahren und ich hoffe nun alles ohne großes Tränen vergießen zu überstehen. Nach einer Registrierung und kurzen Sicherheitseinweisung warten wir mit einigen anderen Touristen im Welcome-Center auf unseren Guide.

Wir starten mit einer Präsentation zur Geschichte des Hospitals, dessen Mission und den bisherigen Erfolgen. Dann gibt es eine Meeresschildkrötenkunde bei der man wirklich einiges und vor allem Verblüffendes lernen kann, wie zum Beispiel dass Lederschildkröten in unglaubliche Tiefen tauchen können indem sie ihre Lungen kollabieren lassen und auf Sauerstoffvorräte in Blut und Muskeln zurückgreifen. Deshalb ist ihr Panzer weich, da er dem hohen Druck unter Wasser nachgeben muss. Wir können nun auch die Meeresschildkröten die wir vor Turks & Caicos gesehen haben als Grüne Meeresschildkröten (Suppenschildkröten) identifizieren.

Der Part über Umwelteinflüsse, Krankheiten und Verletzungen wird zum Glück sehr unterhaltsam präsentiert, sodass ich meine Emotionen unter Kontrolle halten kann. Neben Verletzungen durch Boote die über ihre Panzer fahren; Fischernetzen in denen sie sich so verheddern, dass sie entweder ertrinken oder Flossen verlieren; Plastikmüll den sie mit Quallen verwechseln, auffressen und dann verhungern oder Haiangriffe; gibt es eine Sache die noch viel schlimmer ist. Jede zweite Grüne Meeresschildkröte die im Hospital eingeliefert wird ist von Tumoren an Augen, Flossen oder Panzer befallen. Nur jede fünfte kann nach medizinischer Versorgung überhaupt wieder in die Natur entlassen werden. Unbehandelt sterben sie, da sie durch das Tumorwachstum in ihrem Leben so stark beeinträchtigt werden, dass sie sich nicht mehr mit Nahrung versorgen oder vor Gefahren schützen können. Die Ursache ist noch relativ unerforscht, man vermutet allerdings Umwelteinflüsse durch uns Menschen als Auslöser.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde besichtigen wir die Operationsräume und die Außenanlage. Wir erfahren von jedem einzelnen der 47 Patienten die Geschichte zum Grund seines Aufenthalts und wie die Aussicht auf eine Rückkehr ins Meer ist. Zwischendurch dürfen wir die Tiere füttern und jede Menge Fotos machen. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir haben uns immer noch nicht satt gesehen an den wundervollen Tieren. Trotzdem geht nach 1 1/2 Stunden unsere Führung zu Ende und wir sind glücklich den Tieren so nahe gekommen zu sein.

Das Turtle Hospital ist ein gemeinnütziger und auf Spenden angewiesener Verein, der einen tollen Beitrag zum Erhalt der Meeresschildkröten leistet. Deshalb kann ich nicht anders, als sie durch die Adoption des dauerhaften Patienten namens Montel zu unterstützen. Solltet ihr dort zufällig vorbei kommen, grüßt ihn bitte ganz lieb von mir!

Noch mehr Eindrücke und Informationen zu aktuellen Veranstaltungen findet ihr unter www.turtlehospital.org!

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